Unsere Führungen für Sie

Je nach Vorkenntnissen und Interessenlage gibt es verschiedene Möglichkeiten unser Museum zu erkunden.
Eisenbahnfans erfreuen sich meist ohne Umschweife an unserem SpurN1- Modell mit seinen Tunneln, dem Viadukt und vielen liebevollen Details zum Lengenfelder Landleben um 1900, der Entstehungszeit der Kanonenbahn.

Oder sie gehen gleich in unseren Vorführraum, um anhand der Echtzeitsimulation von der Bahnstrecke Leinefelde-Eschwege noch mal eine Fahrt auf der Kanonenbahn zu erleben.

Lokalmatadore fangen auch gern bei der Isekeausstellung an und pilgern dann durch unseren nächsten Ausstellungsraum, in dem wir über das Jahr wechselnde Themen anbieten, zur Simulation.

Am interessantesten und umfangreichsten ist jedoch eine "Bilder-Führung". Anhand historischer Fotografien von Bahnhöfen, Tunneln, dem Bau und der Umgebung der Kanonenbahn reist man so durch die Vergangenheit und unser Museum, da sich der Bilderfaden durch alle Räumlichkeiten schlängelt. Dabei kommen natürlich auch die geschichtlichen Hintergründe nicht zu kurz. Die lokalen erfahren Sie von uns, was zu Zeiten Wilhelm I., Hermann Isekes und Otto von Bismarcks in der Welt vor sich ging, kann in spannenden Zeitungsartikeln studiert werden.

Also! Kommen Sie uns besuchen und bringen Sie Zeit mit (ca. 2 Stunden) - wir stehen Ihnen mit umfangreichem Wissen gern zur Verfügung.

Für Reisegruppen oder Schulklassen sind nach Absprache auch spezialisierte oder vertiefte Themen möglich.

Themenbeispiele:

Themen, die mit der Kanonenbahn, -streckenführung und dem Modell verbunden sind:


Der Hülfensberg, St.-Salvator-Kirche und Dr. Konrad-Martin-Kreuz

Das "Eichsfelder Nationalheiligtum", dessen Wurzeln als heilige Stätte bis in graue Vorzeit reichen und das untrennbar mit dem Eichsfeld und seinen Bewohnern verbunden ist, wird mit Geschichte, Bauten und Sehenswürdigkeiten, sowie der Biografie des aus Geismar stammenden Weihbischofs Dr. Konrad Martin vorgestellt.

Burg Stein, Stadt Stein, Bischofstein, Lengenfeld und Hagemühle

Etwa um 1100 wurde auf dem heutigen Burgberg ein sogenanntes "Steinernes Haus" auch "Hus zum Steyn" errichtet, in wechselvoller Geschichte zur Burg ausgebaut, der ein "Marktflecken" zugehörig war und das, nach dem Verkauf 1409 an den Erzbischof und Kurfürsten von Mainz, den Sitz des Bischöflichen Amtes beherbergte und auch schon Bischofstein hieß. Erst im 18. Jahrhundert ist das heutige Barockschloss "Bischofstein" errichtet worden und die Ansiedlung des "Langen Feldes" wuchs in Richtung Geismar.
Da schon 1281 eine "Hain- oder Hagemühle" als dem Schloss oder der Burg zugehörige Mühle erwähnt wird, dürfte zumindest ein Vorgängerbau des heute noch existierenden diese wechselvolle Geschichte begleitet haben.

Die Heilige Elisabeth und die Burg Stein (Gisonen, Ludowinger)

Da die Geschichte der Burg Stein eng mit der des Eichsfeldes verknüpft ist, beeinflusste jeder Herrschaftswechsel des Gebietes auch die Burg Stein und ihre Besitztümer. Als das "Hus zum Steyn" gebaut wurde, gehörte das Südeichsfeld zum Grafen von Northeim, der es mit seinem Schwager, dem Werragrafen Giso IV: errichte. Im 12. Jahrhundert fiel das Südeichsfeld durch Erbschaft an die Ludowinger, zu deren Besitz es zu Zeiten Elisabeths noch gehörte. Schwerpunkt liegt hier auf dem Leben der heiligen Elisabeth (Gisonen und Ludowinger, sowie der Thüringisch-Hessische Erbfolgekrieg werden angerissen).

Sage "Das Fräubchen von Engeland" und der Frauenstein, Kirche (angerissen)

Im 30-jährigen Krieg waren Burg und Stadt Stein teilweise zerstört worden, woran aber viel früher angeblich eine auf Rache sinnende englische Edelfrau Schuld gehabt haben soll. In der Lengenfelder Flur war lange ein frühgotischer Grabstein, der "Frauenstein" zu finden, welcher ihr zugeschrieben wurde und dessen obere Hälfte 1884 in die Kirchhofmauer eingebaut wurde. Noch heute sind dort seltsame Wappen angebracht, die man nicht mehr deuten kann. Da das alles etwas rätselhaft war, hat man darum Legenden gesponnen, denen Heimatforscher nachgegangen sind.

Leben und Arbeiten zu Urgroßvaters Zeiten (um 1900)

Hierbei geht es um Aussehen der Gebäude ("Fränkische Hakenhöfe"), der Wohninnenräume (Küche mit Kochmulde, Butterfass, Wasserbehältnissen..), den Ablauf des täglichen Lebens (Gänsehüten, Wasser am Brunnen holen, Feldarbeit?) und die Abendgestaltung zu Zeiten des Kanonenbahnbaus. Mit vorgelesenen Auszügen aus dem Buch:

Der Bischofstein, der Waldfriedhof und "Bischofsteiner Persönlichkeiten"

Nach der Säkularisierung 1802 war der Bischofstein Rittergut, Internatsschule, FDGB-Ferienheim und ?Gewerkschaftsschule. Der Bischofstein wurde 1907 von Dr. Gustav Marseille erworben und als Internatsschule eröffnet, später auch von Wilhelm Ripke geleitet. Das Ehepaar Bonus, das hier lebte und arbeitete, war mit Käthe Kollwitz und ihrer Familie eng befreundet. Da viele "Bischofsteiner" auf dem Waldfriedhof bestattet sind, wird auch er mit betrachtet.

Käthe Kollwitz (und Beate Bonus)

Auf Einladung von Wilhelm Ripke hielt sich die große Künstlerin mehrfach bei ihrer Freundin Beate Bonus auf dem Bischofstein auf, sodass er Anknüpfpunkt einer gesonderten Betrachtung über Leben und Werke von Käthe Kollwitz ist.

Leben und Werke Hermann Isekes

Der große Sohn des Eichsfeldes, dem es seine "Nationalhymne" (Das Eichsfeldlied) verdankt und noch heute zugetan ist, wurde am 9. März 1856 in Holungen (heute Kreis Worbis) geboren und verstarb 1907 in Deutsch-Südwest-Afrika. Er studierte Jura und promovierte zum Dr. jur., fand aber nach dem Studium von Germanistik, Philosophie und Theologie seine Erfüllung als Pfarrer in Wachstedt und Militärgeistlicher, u.a. in Kassel und Metz (Stationen der Kanonenbahn). Sein Wirken führte ihn zu Zeiten des "Boxeraufstandes" nach China und des "Hereroaufstandes" nach Deutsch-Südwest-Afrika.

Entwicklung und Bau der Kanonenbahn

Zu Zeiten des Deutsch-Französischen-Krieges (1870/71) hatten die Bahnnetze in Ostpreußen und Westpreußen einen sehr unterschiedlichen Stand. Nach der Annektierung von Elsass-Lothringen zeigte sich die Notwendigkeit einer durchgehenden Eisenbahnverbindung in Richtung Westen. Wir beleuchten Anlass, Grundlagen, Konzeption und Gedanken zu verschiedenen Streckenführungen, Schwierigkeiten bei der Ausführung des Streckenbaus über das Eichsfeld (Erdreich, Hanglagen, Höhenunterschiede) bis nach Eschwege (vorhandene Strecken, neue Verbindungen, Tunnel und Brücken im Eichsfeld, entstandene Nebenstrecken und ihre Besonderheiten.

Panzerzüge und Eisenbahngeschütze

Hier wird das Konzept der militärischen Nutzung der Kanonenbahn betrachtet. Wofür war sie vorgesehen und wie wurde sie tatsächlich genutzt? Dabei wird die Entwicklung von Panzerzügen, das Eisenbahngeschütz "Dora" sowie deren Einsatz vorgestellt.