Post von Marianne Wredenhagen


Wer ist Marianne Wredenhagen? Marianne Wredenhagen wohnte mit ihrer Familie in den 30er,40er und 50er Jahren im Streckenläuferhaus am Entenbergtunnel. Vor ein paar Tagen erhielt ich von ihr einen Brief, über den ich mich sehr gefreut habe.

Frau Wredenhagen hatte von mir das Buch "Die Kanonenbahn und der Bahnhof Lengenfeld unterm Stein" erworben und bei der Durchsicht des Buches stieß sie auf einige Unstimmigkeiten die sie mit ihrem Brief gern richtig stellen wollte. Das hat mich sehr gefreut und ich gebe an dieser stelle gern den Inhalt des Briefes wieder.


Sehr geehrter Herr Seipel,

zunächst möchte ich mich für die prompte Zusendung Ihres ausführlichen Berichts über die Kanonenbahn bedanken. Ich hatte mir gerade einen Treppensturz geleistet und ihr buch hat mir sehr über die ersten sehr schmerzhaften Wochen geholfen. Aus dem grund konnte ich leider auch nicht sofort die Überweisung auf den Weg bringen.

Ein paar Unstimmigkeiten habe ich beim Lesen entdeckt, die ich nur zu ihrer Information gern richtig stellen möchte.

Seite 70: Das unterste Foto stammt aus den 30er Jahren, auf dem bild sind mein Vater, mein Bruder und ich. Das Haus war die Wohnung des Streckenläufers (nicht nur der Familie Schneider).

Wer kennt die anderen Personen auf dem Foto und wie gelangte das Foto ins Stadtarchiv Eschwege? Dort gab es nämlich keinen Hinweis auf den Ursprung des Fotos! Anm. des Buchautors.

Die Strecke meines Vaters ging von Küllstedt bis Schwebda (nicht bis Geismar), die Verkürzung kam erst mit der grenze. Seine tägliche Tour ging einen tag vom Haus bis Schwebda, den anderen Tag vom Haus bis Küllstedt.

Seite 74: Trotz er laufenden Untersuchung des verseuchten Wassers hat die Bahn nichts unternommen, bis Mitte 1950 haben wir mit der Gefahr leben müssen. Es war nur so, dass zunächst nur 3-4 Rinder auf der Weide gehalten wurden (Privatbesitz), da war auch der Zaun noch in Ordnung. Erst als die LPG die Landwirtschaft üpbenahm wurde der Zustand unerträglich. Viel zu viele Rinder waren dort, der marode Zaun wurde nie ausgebessert. Ich habe oft genug den Lokführern Zeichen gegeben, dass das Vieh wieder auf den Gleisen stand, habe auch die LPG verständigt, aber es gab dort keinen Draht. Allerdings hat der Leiter sich oft den Weg ins Bilstal gemacht und den Zustand gesehen. Erst da haben wir bei der Bahn Krach geschlagen und bekamen per Güterzug brauchbares Wasser geliefert! Nach 35 Jahren!

Das alle ist nicht als Kritik gedacht sondern dient nur zu ihrer Information! Alles übrige war für mich sehr interessant, ich greife immer wieder zu dem buch und lese darin. Danke für die viele Mühe, die sie sich damit gemacht haben.

 

Viel Grüße Ihnen und der Kanonenbahn

Marianne Wredenhagen
78661 Dietingen


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