Eine wundersame Adventsgeschichte - nach 73 Jahren wiedergefunden


Zur Ausgestaltung des diesjährigen Lengenfelder Weihnachtsmarktes, immer am 1. Advent, war ich mit einer Ansichtskartenausstellung mit Motiven rechts und links der Kanonenbahn zwischen Leinefelde und Eschwege im neu hergerichteten "Bauernhaus" präsent u.a. mit der Absicht auch ein paar Exemplare meines Buches "Die Kanonenbahn und der Bahnhof Lengenfeld unterm Stein" zu verkaufen.

Immerhin begeht der Bahnhof am 16. Dezember seinen 105. Geburtstag, ein guter Anlass auf mein Buch aufmerksam zu machen. Während des ganzen Nachmittags gab es auch regen Zuspruch für mein Angebot und plötzlich tauchte eine uralte Frau auf die mir erzählte, dass in meinem Buch ein Foto von ihr zu finden sei, dass sie im Jahre 1940 im Haltepunkt Effelder zeigen würde. Ich kam garnicht mehr aus dem Staunen und ließ mir dieses Foto von ihr zeigen. Als ich das Foto gefunden hatte erklärte sie mir, dass das junge Mädchen rechts im Bild auf dem Gepäckwagen sie selbst sei. Das war für mich kaum fassbar. Wie sich herausstellte war Frau Ruhland vergangene Woche gerade 90 Jahre alt geworden. Sie hatte das Buch von ihrer Cousine zum Geburtstag geschenkt bekommen und war sehr erstaunt als sie plötzlich ein Foto von sich selbt in diesem Buch entdeckte. Sie wollte natürlich gern von mir wisssen, von wem ich dieses Foto denn bekommen hätte und ich konnte ihr mitteilen, dass ich dieses Foto im Stadtarchiv Eschwege entdeckt hätte und wegen des Bahnschutzes zu Beginn des 2. Weltkrieges in meinem Buch gelandet wäre.

Sie selbst war 1940 gerade einmal 17 Jahre alt und oft am Haltepunkt Effelder zu finden. Die andere junge Frau auf dem Foto sei Elfriede Mock aus Großbartloff, beschied sie mich. Die sei aber schon vor längerer Zeit gestorben. So gab es für Frau Ruhland nach 73 Jahren eine Widerbegegnung mit ihrer Jugendzeit, über die sie ganz offensichtlich sehr glücklich war. Ich war es auch. War es doch einer der Momente, wo einem der Sinn des eigenen Tuns in besonders symphatischer Weise entgegenstrahlt. Eine wundervolle Adventsgeschichte die einem hilft über andere Ärgernisse des Alltags besser hinwegzukommen. Danke Maria Ruhland, geb. Körner, verbunden mit dem Wunsch noch viele gesunde und gute Tage erleben zu dürfen.

Maria Döring, rechts im Bild, und Elfriede Mock, links, am Haltepunkt Effelder im Jahre 1940


Frau Ruhland lebt heute in Lengenfeld unterm Stein und erfreut sich, zumindest schien es mir so, mit ihren 90 Jahren noch allerbester Gesundheit.


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