Brandstiftung am Draisinen-Bahnhof


Auch wenn ich nicht vor hatte mit dieser Meldung in das Jahr 2017 zu starten, die Realität hat mir das Thema vorgegeben, welches ich euch natürlich nicht vorenthalten möchte.

In der Hoffnung, dass in diesem Jahr wieder mehr Zeit für meine Arbeit im Kanonenbahnmuseum bleibt, wünsche ich allen treuen Lesern meiner Internetseite ein gutes, gesundes, erfolgreiches und friedvolles Jahr 2017.

Brandstiftung am Draisinen-Bahnhof

Mehr als 100 000 Euro Schaden in Lengenfeld. Betreiber lobt Belohnung aus. Feuerwehrleute mussten Tür vom Gerätehaus eintreten, um ausrücken zu können

VON CLAUDIA BACHMANN

LENGENFELD/STEIN.

Für denAbend wurden Gäste erwartet. Etwa 40 Menschen aus Lengen­feld unterm Stein und der Umge­bung wollten im Draisinen- Bahnhof ins neue Jahr feiern. Daraus wurde nichts. Ein Feuer, das am frühen Samstagmorgen von einem der Nachbarn be­merkt wurde, sorgte dafür.

Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen war auf einer Schubkarre ein Stapel Reifen entzündet worden. Die Schub­karre stand auf der dem Dorf ab­gewandten Seite, direkt an der Fassade.

Das Feuer schaffte es, bis in den Dachstuhl zu kriechen. Thomas Ruhland leitete als Feuerwehrmann den Einsatz. Der konnte erst mit einer klei­nen Verzögerung beginnen.

?Wir sind nicht in unser Gerä­tehaus zu unseren Fahrzeugen gekommen. Das Schloss der Eingangstür war, wahrschein­lich mit Sekundenkleber, zer­stört worden?, sagt Ruhland. Die Feuerwehrleute mussten erst die Tür eintreten, um ausrü­cken zu können.

Wenige Minuten nach fünf am Samstagmorgen war es in diesem Moment. Wie lange es da schon am Bahnhof am anderen Ende des Ortes brannte, darüber kann man nur mutmaßen. "Das Feuer ist wohl gegen halb oder um vier gelegt worden", ist sich Frank Schröter sicher; er ist der Geschäftsführer der Kanonen­bahn GmbH, die den Draisinen- Bahnhof nutzt. Sie verkauft dort Karten für eine Fahrt auf einer der Draisinen oder in der Kano­nenbahn, bietet die Möglichkeit zum Imbiss und seit Herbst auch die Möglichkeit zur Übernach­tung.

Zwei Ferienwohnungen sind mittlerweile fertig. Beide sollten auch in der Nacht zum Neu­jahrstag vermietet werden. Eine dritte Ferienwohnung sollte in etwa vier Wochen komplett aus­gebaut sein.

Frank Schröter hat trotz des Schreckensmorgens ein klares Ziel: Wenn Ostern wieder die Draisinen-Saison beginnt, sol­len auch die Wohnungen wieder nutzbar sein.

Bis dahin ist jede Menge Arbeit. Am Mittag des Silvester­tags fährt Dachdeckermeister Christoph Riese aus dem Ort vor. Noch am selben Tag will er ein Gerüst aufstellen und dann möglichst schnell das Dach ver­schließen, um weiteren Schaden zu vermeiden. Bis zum Mittag ist die Feuerwehr Lengenfeld / Stein vor Ort, verabschiedet sich dann in eine kurze Pause und will am späten Nachmittag wie­derkommen, um erneut nach Glutnestem zu suchen.

Die Polizei schätzte den Scha­den auf 80.000 bis 100 000 Euro. Schröter glaubt eher der Schät­zung seines Versicherungsver­treters und sagt: "Der meint, 100 000 Euro reichen nicht. Zwei Fe­rienwohnungen sind zerstört, Dachstuhl, Zwischendecken". Für die Feuerwehr aus Len­genfeld war der Einsatz am Sil­vestertag der traurige Höhe­punkt des Jahres, wenn es auch bei Sachschaden blieb. Neben den Einheimischen waren auch Feuerwehrleute aus den benach­barten Orten Struth, von dort brachte man die Drehleiter mit, und Hildebrandshausen. Insge­samt etwa 40 Leute waren über Stunden im Einsatz. Für Schrö­ter und die Feuerwehrleute steht fest: Es war Brandstiftung. 5000 Euro lobt Schröter im Namen der GmbH für Hinweise aus, die den oder die Täter überführen.

Am Nachmittag ist der bei­ßende Geruch von verbranntem Gummi noch immer allgegen­wärtig. Allein die weiß-rote Bahnhofskatze scheint sich da­ran nicht zu stören. Sie sitzt auf der Fensterbank des Gebäudes und sonnt sich.

Fakten

  • Für 400 000 Euro wur­de der Bahnhof in den Jahren 2013/14 saniert.
  • 2016 wurden zwei von drei geplanten Ferien­wohnungen fertig.
  • 30.000 Fahrgäste waren 2016 per Draisine oder Bahn von Lengenfeld aus auf der Strecke unterwegs.

 


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