Dingelstädt - Kerbscher Berg

 

(Bild aus dem Buch von Carl  Duval
"Romantische Beschreibung des Eichsfelds" 1845, Text aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie)

Franziskanerkloster Kerbscher Berg

Das Franziskanerkloster Kerbscher Berg ist ein ehemaliges Franziskanerkloster auf dem Kerbschen Berg in Dingelstädt in Thüringen, gelegen in einem Landschaftsschutzgebiet, umgeben von etwa 200 Linden.

Franziskanerkloster

Das Franziskanerkloster entstand 1864 mit der Errichtung des ersten Gebäudeflügels. Nach dessen Fertigstellung 1866 wurde das Kloster von Bischof Dr. Konrad Martin eingeweiht. 1875 erfolgte die Aufhebung des Klosters in Folge des Kulturkampfes bis zu seiner Restauration 1887. In den Jahren 1889 und 1890 erfolgte die Wiederaufnahme der Bautätigkeit an der heutigen Kirche durch den Franziskaner-Baumeister Paschalis Graze, 1893 deren Einweihung, 1901 die Konsekration zu Ehren des japanischen Franziskaner-Martyrers Petrus Baptist Blasquez und seiner Gefährten von 1597. Von 1899 bis 1901 wurde das Kloster nochmals durch den Bau eines Südflügels erweitert.
Ab 1918 kam es zu einem Aufblühen des Klosterlebens, dem schließlich die Nationalsozialisten 1944 durch Beschlagnahmung des Hauses ein jähes Ende setzten.
Nach dem Krieg konnten die Franziskaner 1946 in ihr Domizil zurückkehren. Seit 1961 ist das Kloster Ort der jährlich stattfindenden diözesanen Frauenwallfahrt. In den Jahren 1966 bis 1992 fungierte das Kloster als Noviziatskloster für die Franziskaner in der DDR. 1994 gab der Franziskanerorden das Kloster als Niederlassung auf. Im Anschluss zogen Angehörige der Frauengemeinschaft der Gesellschaft der Heiligen Ursula-kurz: Ursulinen-in die Klosterwohnungen. Das Bistum Erfurt übernahm das Areal und richtet ein Familienzentrum ein, das 1997 eröffnet wurde. Haus und Garten wurden in der Folgezeit entsprechend umgestaltet, die Kirche wurde renoviert.


Kerbscher Berg

Die Geschichte der Bebauung und Nutzung der strategischen Vorteile der Berglage geht zurück bis in die frühgeschichtliche Zeit, in der sich am Ort vermutlich eine Wallburg befand. Vor 800 n. Chr. wurde auf dem Berg eine kleine dem Heiligen Martin geweihte Kirche errichtet. Zwischen 1134 und 1464 findet sich eine urkundliche Erwähnung der Herren von Kirchberg. Bis Anfang des 16. Jahrhunderts existierte im Nordwesten des Berges das ehemalige Dorf Kirchberg, von dem später nur noch eine Kirche erwähnt ist.
Im Jahre 1701 wurde eine neue Kapelle zum "Hl. Martin" errichtet; 1752 bis 1764 erfolgte die Errichtung eines Kreuzweges aus Sandstein um den Kerbschen Berg herum. In den Jahren 1763 und 1764 wurden die ersten 80 Linden am Berg gepflanzt, 1813 eine Helena-Grotte als 15. Station des Kreuzweges errichtet und 1824 eine neuen Kapelle mit dem Titel "Zum heiligen Kreuz" eingeweiht. Zwischen 1887 und 1903 wurden Grotten am Osthang des Berges errichtet, 1911 am Fuße des Berges eine Franziskanerstatue von Josef Neyer.

Sonstiges

Die auf dem Kerbschen Berg erbaute Marienkirche ist von einem Ring aus etwa 150 alten Lindenbäumen umgeben, deren geschätztes Alter jetzt etwa 275 Jahre beträgt. Die Anlage stellt ein Naturdenkmal dar. Entstehende Lücken wurden bereits durch Nachpflanzungen geschlossen, sodass stets etwa zweihundert Bäume vorhanden sind.

Weitere Informationen unter www.kerbscher-berg.de.