1954 - 1968

Aus der Chronik
"50 Jahre Fußball in Lengenfeld u. Stein"
von Walther Fuchs

 

Da sich unsere I. Mannschaft, durch den Abgang mehrerer Sportler , die aus der Jugendmannschaft von 1949 hervorgegangen war,  Anfang 1952 aufgelöst hatte und nur die Schüler und Jugend noch den Spielbetrieb bis 1954 aufrecht erhielten, war es unbedingt notwendig, unseren Sport auf der Grundlage des beginnenden Aufbaus des Sozialismus neu zu orientieren.
In einer außerordentlichen Versammlung, die durch den Sektionsleiter Walther Fuchs für Sonnabend, den 13.11.1954 in den Eichsfelder Hof einberufen und von dem Lehrer Aloys Lorenz geleitet wurde, konnte aus unserer damaligen SG die ?BSG Empor Lengenfeld u. Stein? gebildet werden. Trägerbetrieb für unsere BSG wurde der VEB Zigarrenfabrik Dingelstädt ? Zweigbetrieb Lengenfeld u. Stein. In den Vorstand wurden folgende Sportsfreunde gewählt:
Aloys Lorenz (Vorsitzender), Hugo Montag (Stellvertreter), Walther Fuchs (Sektionsleiter), Edmund Fischer ( Kassierer und Schriftführer), Erich Metz (Technischer Leiter), Willi Hedderich ( Verantwortlicher für Training), Herbert Hildebrand (Spielführer I. Mannschaft), Lorenz Witzel ( Verantwortlicher für Jugendfragen), Josef Schneider ( Schiedsrichterobmann).
Als Farben für unser neue Sportbekleidung wurden angenommen:
I. Mannschaft ? Blau ? Blau mit Weiß abgesetzt
Jugend ? Gelb ? Schwarz
Schüler ? Rot ? Schwarz

Nun wurde uns als Betriebssportgemeinschaft eine große materielle Hilfe zuteil. Der Betriebsleiter Philipp Rosenstock, selbst ein eifriger Förderer des Sports, gab uns nur jede mögliche 
Unterstützung. Finanzieller Sorgen enthoben, konnte sich unser Sport immer mehr und breiter entfalten.
Wenn auch das erste Spiel gegen unseren Namensvetter Empor Mühlhausen am 21.12. 1954 noch mit 6:1 verloren ging, und wir mit Beginn der Punktspielserie 1955 gegen Bickenriede eine Niederlage von 12:1 hinnehmen mussten, so ließen sich unsere Spieler nicht entmutigen. Sie wussten, nur fleißiges Training führt zum Erfolg. Diese Erfolge stellten sich dann auch im Laufe des Jahres 1955 ein. In Faulungen wurde ein 4:4 erreicht, Wilbich mit 5:2 und Großbartloff mit 4:2 geschlagen. Im Heimspiel, dass der hervorragende Schiedsrichter Weißbauer leitete, gewannen die Bickenrieder nur noch mit 3:2. Eine Verstärkung erfuhr unsere Mannschaft durch die Spieler Ludwig Börner als hervorragenden Torwart, Josef Montag und Ewald Diete aus Hildebrandshausen und die Aufstellung des sehr guten Jugendspielers Heinz Schröder.
Unsere Mannschaft spielte zu diese Zeit in folgender Aufstellung:
Ludwig Börner (Tor), Dieter Neumann, Willi Hedderich, Gerhard schade, Alois Predatsch, Gerhard Fischer, Heinz Schröder, Herbert Hildebrand, Karl Hagemann, Joseph Ruhland und Herbert Hagemann.

 

Aus unserer Lengenfelder Fußballgeschichte der fünfziger und sechziger Jahre und auch heute noch ist ein Sportfreund nicht wegzudenken, unser Ludwig Graul. Er, der 1955 zum Grenzkommando Hildebrandshausen versetzt worden war, wurde von uns bei einem spiel entdeckt, indem er als Aufbausspieler zur Verstärkung von Traktor Geismar gegen eine westdeutsche Mannschaft spielte. Da ich mir diese Spiel angesehen hatte, war mir klar, dass wir diesen Spieler in unserer Mannschaft brauchten. Auf meine Bitte, doch bei uns in Lengenfeld zu spielen, erhielt ich eine Zusage. So hat der Sportsfreund Ludwig Graul, da man ihn wegen seiner hervorragenden Technik, Ballbehandlung und Spielübersicht auf jedem Posten einsetzen konnte, manches Spiel zu unseren Gunsten entschieden. Besonders hervorheben möchte ich seine Kameradschaft und Fröhlichkeit, die die Mannschaft von 1955 zu ?elf Freunden? machte. Unser Sportsfreund Graul berichtet selbst über seine sportliche Laufbahn in Lengenfeld u. Stein:

?An einem Sonntag im August des Jahres 1955 stand ich mit meinem Fußballköfferchen am Bahnhof Lengenfeld u. Stein zur Fahrt nach Geismar, um dort bei Traktor Geismar gegen eine westdeutsche Mannschaft mitzuspielen. Ein freundlicher Herr, der das gleiche Ziel aber als Zuschauer hatte, fragte mich nach dem ?"Woher?" und "Wohin?? Bereitwillig gab ich Auskunft. Das Spiel der BSG Traktor Geismar gegen die Mannschaft aus Hannover ging 6:1 verloren. Auf der Heimfahrt mit dem "Eichsfeld-Express" begegnete mir wieder dieser Herr. Er sprach mich abermals an und sagte folgende Worte, die bis zum heutigen Tag für mich Gültigkeit haben: "Soldat, spiele bitte in Lengenfeld mit Fußball! Dich brauchen wir!? (Es war der Sportsfreund Walther Fuchs.) Mein erstes Spiel bestritt ich gegen Faulungen. Wir spielten dort 4:4. Im September 1955 schloss ich mit unserem Mittelverteidiger Alois Predatsch Freundschaft, die für meine spätere Laufbahn als Fußballer mit entscheidend war und mir viel Positives gab.
Das Sportfest in Faulungen 1956 brachte uns einen, mir aber den ersten Pokal. Mannschaften wie Bickenriede, Wilbich und Diedorf, von meinen Mitspielern gefürchtet, wurden geschlagen. Da ich als "Neuer" vor diesen Mannschaften keine Furcht kannte, waren doch für die "alten Hasen", die in meiner Mannschaft spielten, Erfolge über diese Gegner zu dieser Zeit etwas Hervorragendes. Der "Igel" von Bickenriede war damals ein gefürchteter Spieler, der ein Spiel entscheiden konnte.
Ab Oktober 1955 spielte dann mein Freund Horst Ruß in unserer BSG mit, der für uns als brillanter Techniker viele Vorteile brachte. Ich habe in dieser Mannschaft viele Freunde gefunden: Herbert Hildebrand, Werner Witzel, Heinz Schröder, Ludwig Börner, Willi Mai, Gerhard schade, Willi Hedderich, Dieter Neumann, Herbert Hagemann, Gerhard Fischer, Karl Hagemann, Josef Ruhland und Erni Höppner. Da wir unter der Losung spielten "elf Freunde müsst ihr sein, um ein Spiel zu gewinnen!", hatten wir schon im Jahre 1956 große Erfolge. Wie oben schon erwähnt 1956 Pokalerfolg in Faulungen.
1956 im August in Wilbich: Endspiel gegen Ershausen 2:1 für uns. Unser Tormann E. Höppner wurde mit Steinen beworfen. Ernis Vater musste eingreifen, damit die unsportliche Haltung der Ershäuser Zuschauer unterblieb. Von Nervosität angesteckt, schlug unser sonst so zuverlässiger Verteidiger Dieter Neumann den Ball über unsere Querlatte. Ich glaube, allen Mitspielern blieb für Augenblicke das Herz stehen. Aber dann standen er, Willi Hedderich und auch Erni Höppner wie ein Bollwerk. Und der Pokal ging nach Lengenfeld.
Am 28. Juli 1957 fuhren wir nach Ebertshausen, einem kleinen Ort im Thüringer Wald. Obwohl Ebertshausen in der I. Kreisklasse einen guten Platz belegte, siegten wir mit 5:3. Bedauerlich war die Verletzung unseres Sportfreundes Willi Mai am Knöchel. In Ermangelung des zustehenden Schmerzensgeldes wurde er von der, von uns allen so sehr begehrten, hübschen Sanitäterin recht liebevoll betreut. Dagegen mussten wir noch mir unserem Bus das noch benötigte Bier aus dem Nachbardorf besorgen.
Sehr viel Mühe mit dem Einsatz seiner ganzen Persönlichkeit für unseren Fußball gab sich als Sektionsleiter unser Sportsfreund Walther Fuchs, der mit uns jungen Menschen viel Geduld aufbringen musste Seine größte Sorge galt unserem Lengenfelder Sport.


Eine schöne feste Kameradschaftlichkeit zeigte das Zusammensein nach jedem Spiel im Bauernhaus unter Anteilnahme vieler Freunde des Fußballs. Dabei denke ich besonders an die Förderer unserer BSG wie Paul Hildebrand, Josef Fischer (Gede), Hubert Hagemann und dem derzeitigen Wirt des Bauerhauses Konrad Witzel.
Das Jahr 1958 sah uns, wie schon vorher das Jahr 1957, in der Punktspielserie ganz vorn. Marolterode, Faulungen, Mehrstedt, Fortschritt Mühlhausen und Wendehausen wurden von uns förmlich erschossen. Ein Missverständnis des Schiedsrichters beim Sportfest in Großbartloff brachte uns um den sportlichen Höhepunkt, den Aufstieg in die erste Kreisklasse. Unsere Mannschaft wurde für zwei Sonntage gesperrt. Das entscheidende Spiel gegen Bollstedt ging mit 5:3 verloren. Wenn auch in den kommenden Jahren mancher Sieg erkämpft wurde, so warfen uns doch immer wieder Entscheidungen am grünen Tisch zurück.
Erst 1970 wurde man wieder auf unsere BSG aufmerksam. Im Punktspielbetrieb blieben wir bis zum 11. Spieltag ungeschlagen. Der Aufstieg schien geschafft. Aber wieder brachten uns fehlerhafte Schiedsrichterentscheidungen um den Lohn unserer sportlichen Leistungen.

Ludwig Graul in der I. Männermannschaft 1965

Ich spielte jetzt mit der jüngeren Generation wie Uli Hauffe, Heinz Ruhland, Martin Hardegen, Heinz John, Dieter Mähler, Peter Witzel, Klaus Mähler, Hansi Ernek, Joseph Ernek, Siegfried Geier, Josef Hagedorn, Manfred Richwien, Walter Mähler, Herbert Jagoda, Erhard Schäfer, Jürgen Richwien, Werner Schröder, Günter Hartmann und Reinhard Steinwachs. Es ist nicht einfach mit jungen Sportsfreunden in einer Mannschaft zu spielen. Aber in elf Spielen noch 19 Tore zu schießen, war für mich persönlich ein Ansporn, jung zu bleiben.
Überrascht aber doch glücklich war ich, als ich auf der Jahresfeier 1971 die Auszeichnung 
für "15 Jahre Mitarbeit und aktive Teilnahme am Lengenfelder Sport" erhielt. Gleichzeitig wurde mir ein Jersey mit der legendären Nummer 13 überreicht, das sämtliche Unterschriften meiner Mitspieler enthielt. Mit diesem Jersey hatte ich in der Saison die entscheidenden Tore geschossen. Aber auch bei meiner Aufstellung in der Mannschaft der "Alten Herren" spielte ich wieder mit den Sportsfreunden aus dem Jahre 1955 zusammen.
1970 wurden wir Pokalsieger in Geismar. Im Endspiel wurde wieder mal Ershausen durch Elfmeterschießen geschlagen.
1971 wurden aus Anlass des 50jährigen Bestehens des Fußballsport in Geismar die Pokale von unserer I. Mannschaft, von den ?Alten Herren? und von der Jugendmannschaft errungen. Das war für uns ein sehr großer Erfolg.
Im Namen der älteren Spielergeneration wünsche ich unseren Nachfolgern für die nächsten 50 Jahre viele große Siege zur Ehre und zum Ruhme des Lengenfelder Fußballsports."

Jugendmannschaften

Für unsere BSG war es 1958 von ganz besonderem Wert, dass unser Sportsfreund Werner Witzel von diesem Zeitpunkt an die Betreuung unserer Jugendmannschaften übernahm. Seiner Befähigung, mit Jugendlichen umzugehen, seinem großen Eifer und seiner steten Einsatzbereitschaft ist es zu verdanken, dass unsere Jugendmannschaften bis heute zu den besten im Kreis zählen. Er war stets bestrebt, für unsere I. Mannschaft den notwendigen Nachwuchs heranzubilden.
Ein besonderes Verdienst ist es, dass er seit 1958 die Jugendfußballturniere bei uns einführte, die jährlich am 8. Mai, dem Tag der Befreiung, stattfanden, jetzt aber am Sonntag nach der Hildebrandshäuser Kirmes durchgeführt werden.

Große sportliche Höhepunkte ab 1955 waren wieder die im Jahre 1947 eingeführten traditionellen Sportfeste am Pfingstmontag, auf denen immer Mannschaften aus höherklassigen Vereinen eingeladen wurden.
Das Jahr 1956/57 brachte unserer I. Mannschaft seit 1954 den größten Erfolg. Trotz Aberkennung von 4 Punkten erreichten wir bei 14 ausgetragenen Spielen einen Punktestand von 19:9 mit einem Torverhältnis von 34:17. Rechnen wir zu diesem Stand sämtliche Freundschafts- und Pokalspiele hinzu, so kommen wir zu folgendem Ergebnis:

 

Ausgetragene Spiele

27

Gewonnene Spiele

19

Unentschiedene Spiele

2

Verlorenen Spiele

6

Tore

62:29

Punktestand

40:14

 

Für den Erfolg unserer Mannschaft haben folgende Spieler mit ihren Torschüssen beigetragen:

 

Herbert Hildebrand

23 Tore

Horst Ruß

5 Tore

Werner Witzel

11 Tore

Willi Hedderich

4 Tore

Ludwig Graul

10 Tore

Alois Predatsch

1 Tor

Heinz Schröder

6 Tore

Willi Mai

1 Tor

Josef Montag      1 Tor

 

Am 1. September 1957 trat der Sportsfreund Helmut Schietzelt aus Dresden seinen Dienst als Sportlehrer an der POS Lengenfeld u. Stein an. In einer Versammlung am 11. Oktober 1957 wurde dem Sportsfreund Schietzelt als neuem Vorsitzenden das Vertrauen ausgesprochen. Damit nahm der Sport einen solch Aufschwung, der zur Folge hatte, dass unsere POS zweimal die Urkunde des Vorsitzenden des Staatrates errang. Ebenso blieb auch der Fußball im Jahre 1958 bei uns auf der gleichen Höhe. In der Punktspielserie wurden hervorragende Ergebnisse erzielt. Mannschaften wie Ammern 6:1, Marolterode 9:1, Eigenrode 3:1, Mehrstedt 8:0, Wendehausen 5:1 und Schlotheim 3:0 wurden geschlagen. Durch Schiedsrichter-Fehlentscheidungen wurden wir für zwei Spieltage gesperrt. Damit verloren wir 4 Punkte. Das dann alles entscheidende Spiel verloren wir nach einer 3:1 Führung noch mit 3:5. Obwohl wir hinter Bollstedt den zweiten Platz errangen, war unser Aufstieg wieder einmal fehlgeschlagen. Da nun mehrere Sportler glaubten vom Kreisausschuss benachteiligt zu werden, resignierten sie und gaben ihre sportliche Laufbahn auf. Dadurch trat eine große Schwächung unserer Mannschaft ein. Trotzdem wurde als Folge der nimmermüden Arbeit des Sektionsleiters W. Fuchs nie aufgegeben.
An dieser Stelle muss ich die große Einsatzbereitschaft der Hildebrandshäuser Sportfreunde wie Josef Döring, Karl-Heinz Müller, Josef Montag und Ewald Diete lobend erwähnen. Sie waren stets zur Stelle, wenn es galt, für Lengenfeld zu spielen. Ihnen und den Sportsfreunden Roland Rost, Egon Marx, Dieter Mähler, Walter Mähler, Klaus Mähler, Werner 
Schröder, Erhard Schäfer und vor allem Peter-Klemenz Witzel, Ludwig Graul und Heinz Ruhland ist es zu danken, dass wir in manchen Krisenzeiten nicht aufgaben und am Ende der Punktspielserien Plätze in der ersten Hälfte aller Mannschaften errangen.
In Anwendung des ökonomischen Grundgesetzes der planmäßigen proportionalen Entwicklung der Volkswirtschaft wurde die Zigarrenindustrie in Lengenfeld u. Stein am 31.12.1968 eingestellt. Der VEB Strumpfwarenfabrik Diedorf richtete dafür einen Zweigbetrieb bei uns ein. Damit hatte die BSG Empor  keinen Trägerbetrieb mehr. In einer Aussprache mit dem Vorstand der LPG ?Befreites Land? wurde vereinbart, dass die LPG die Pflichten und Rechte des Trägerbetriebes übernimmt. Gleichzeitig wurde unsere BSG in einer Mitgliederversammlung in "BSG Traktor Lengenfeld u. Stein" umbenannt.
Die großen Leistungen unserer Fußballer zeigen sich ganz besonders in den großen Erfolgen, die sie auf Sportfesten mit Siegen und Pokalgewinnen errungen haben.
Als Pokalsieger wurden unsere Mannschaften  auf folgenden Sportfesten geehrt:

I. Mannschaft

 

1947

Lengenfeld Stein

1960

Effelder

1947

Wilbich

1963

Großbartloff

1948

Effelder

1965

Lengenfeld u. Stein

1948

Treffurt

1967

Ebertshausen

1948

Geismar

1968

Buttelstedt

1949

Großbartloff

1969

Hildebrandshausen

1949

Effelder

1970

Lengenfeld u.Stein

1951

Struth

1970

Faulungen

1956

Faulungen

1970

Geismar

1956

Wilbich

1970

Wilbich

1957

Ebertshausen

1970

Lengefeld

1958

Faulungen

1971

Geismar

1959

Eigenrode

1971

Ershausen

 

Alte Herren

1971 wurde unsere "Alte Herren"-Mannschaft Pokalsieger in Geismar.

 

Unsere Jugend als Pokalsieger

 

1947

Lengenfeld u. Stein

1967

Lengenfeld u.Stein

1947

Wilbich

1969

Struth

1948

Geismar

1970

Lengenfeld u. Stein

1949

Großbartloff

1970

Wilbich

1966

Struth

1971

Geisma

 

Im Jahre 1971 wurde unsere Jugendmannschaft als Staffelsieger geehrt.
All unsere Sportler waren nach 1945 stets bemüht, ihren Sportplatz stets in gutem Stand zu halten und weiter auszubauen. Daher führten sie mit Elan und Schwung in freiwilligen Arbeiteinsätzen Maßnahmen durch, die der Verbesserung des Spielbetriebes dienten:

 

1946

Herrichten des Sportplatzes, der als Ackerland zweckentfremdet war

1947

Sauberhalten der Laufbahn-Schlacke aufbringen
Markieren aller Auslinien, des Torraumes, 16m-Raumes
und der Mittellinie mit Kreis;
Legen der Dränage hinter dem oberen Tor, um den Platz zu entwässern

1948

Aufstellen eines Zaunes am Südende des Sportplatzes
Aufbau von zwei neuen Toren
Ausheben des Wassergrabens in einer Länge von 170m an der
Nord- und Südseite

1954

Aufstellen von zwei neuen Toren

1955

Herrichten der Laufbahn

1956

Anpflanzen von Pappeln am Rande des Sportplatzes als Windschutz

1957

Bau der Umkleidekabine

1958

Verlegen der Rohre auf der Westseite in einer Länge von 70m-
Bau von 2 Schächten-
Anlegen von Zuschauerplätzen

1959

Bau der Toilettenanlage-
Weiterverlegung der Rohre in einer Länge von 45m-
Bau eines Schachtes

1960

Aufbau von zwei neuen Toren

1961

Aufbau eines Zaunes am Südende des Sportplatzes in einer Länge
von 70m

1962

Ausheben des Entwässungsgrabens  an der Nordseite

1963

Verlegen von Rohren als Anschluss zu Kanalisation

1970

Bau einer Zuschauerbarriere aus Eisenrohr an der Süd- und Westseite in einer Länge von 175m

1971

Neubau eines breiten Treppenaufganges zum Sportplatz mit eiserner Eingangstür-
Teilanlage eines Zaunes aus Maschendraht an der Südseite des Sportplatzes als Verlängerung zur Eingangstür.-
Neudeckung der Laufbahn mit Ziegelmehl

 

Diese großen Aufbauerfolge zeigen, wie gut es unsere Sportler verstanden haben, ihre Sporteinrichtungen planmäßig zu verbessern. Aber ganz besonders sollen diese Leistungen ein Dank sein für die große Unterstützung, die der Lengenfelder Sport durch unseren Arbeiter- und Bauerstaat bisher erfahren hat.
Eine hervorragende Sportpersönlichkeit, die die Geschichte des Lengenfelder Fußballsports von 1963 bis heute mitgeschrieben hat, ist unser Sportsfreund Heinz Ruhland. Schon mit 17 Jahren wurde er, bekannt als sehr guter Spieler in der Schüler- und Jugendmannschaft, in unsere I. Mannschaft berufen. Als Spielmacher und Organisator gab er unserem Fußballspiel neue Impulse, so dass seit 1965 wieder ein Leistungsanstieg zu verspüren war. Daher wurde er 1969 als Mannschaftskapitän der I. Mannschaft eingesetzt und 1970 als BSG-Leiter 
gewählt. Da sein Hauptbetätigungsfeld im Fußball lag, erfolgte 1972 seine Wahl als Sektionsleiter  dieser Sparte. Weil seine persönlichen Erlebnisse einen besonders wichtigen Teil unserer Fußball-Chronik ausmachen, soll er selbst darüber berichten:
"Obwohl ich während meiner Grundschulzeit zweimal (1958 u. 1959) als Sieger der Tischtennis- Schulmeisterschaften hervorging und in den Wintermonaten an allen bekannten steilen Abfahrten rund um Lengenfeld zu finden war, blieb doch letztlich Fußball meine Lieblingssportart. Meine ersten Fußballschuhe bekam ich 1956; ich damals im 4. Schuljahr. Zu dieser Zeit hatte ich mir schon einiges in punkto Fußball von den Großen abgeguckt.
Die Straßenspiele in der Keudelsgasse sind mir unvergesslich geblieben. Hier spielten zwei Spieler gegeneinander auf der Straße. Als Tor zählte unser Hauseingang. In den meisten Fällen spielte ich gegen Karl-Heinz John. Wir beide beherrschten dann auch am besten das Dribbling und das Schießen der Tore.
Im Schülerfußball waren die interessantesten Spiele die Vergleiche der Klassen untereinander. Der Jahrgang 1946/47 mit Hansi Ernek und Dieter Mähler an der Spitze waren unsere stärksten Konkurrenten. Es gab immer wieder knappe Ergebnisse, natürlich auch Niederlagen, denen ich den öfteren nachweinte. Die ersten Spiele in der Schülermannschaft sind mir noch in unangenehmer Erinnerung. Anlässlich eines Fußballturniers in Mühlhausen verloren wir beide Spiele gegen Menteroda zweistellig. Die Spiele  gegen unsere Nachbargemeinden verliefen ausgeglichener. Zu allen  Auswärtsspielen fuhren wir mit unseren Fahrrädern. In dieser Zeit bestand in Lengenfeld eine gute Männer- und Jugendmannschaft, deren Spiele ich stets aufmerksam verfolgte und die in mir einen solchen Ehrgeiz erweckten auch einmal so "große" Spiele mitzumachen. Erwähnen möchte ich noch, dass Günter Hartmann und ich von der 6. Klasse an ehrenamtliche "Ballwarte" der Grundschule waren. Teilweise hatten wir 9 Fußbälle in guten Zustand zu halten. Darunter waren auch noch einige Bälle zum Schnüren.
Mit Beginn der Punktspielserie 1963 wurde ich bei der Neuaufstellung in die I. Mannschaft berufen. Ich war natürlich sofort dabei und versuchte mitzuhelfen, die Mannschaft zu festigen und Schwierigkeiten aus dem Weg zu räumen.
Diese Anfangsjahre waren für mich insgesamt die schwierigsten. Wir verloren mehrere Punktspiele, die Lust einiger Spieler fehlte, immer musste umgestellt werden und viele frühere Aktive ließen sich bitten. Trotz der hohen Niederlagen stecken wir nicht auf. Spieler wie Klaus Mähler, Günter Hartmann, Hans-Joachim Rodekirch, Franz-Josef Schäfer und Franz-Josef Ruhland bildeten mit mir in dieser Zeit den Stamm unserer I. Mannschaft. Auf diese Spieler konnte man sich verlassen. Sie bestritten alle Spiele und waren ebenfalls bemüht, die Mannschaft nach besten Kräften zu stärken.
Der Lohn zahlte sich in den nun folgenden Jahren aus. Durch Verstärkung mit einigen Soldaten der Grenzkompanie sowie Nachwuchsspielern konnte sich die Mannschaft so festigen, dass wir erfolgreicher Fußball spielten.