Aus der Chronik "50 Jahre Sport in Struth"
von Vinzenz Hoppe

Wie alles anfing - der Fußball kommt nach Struth

1914 - 1921

Darüber weiß Sportfreund Karl Köthe zu berichten. Der erste Fußball in Struth rollte im Frühjahr 1914. Es war der Sohn Heinrich des aus dem eichsfeldischen Worbis zugezogenen Gastwirtes Peilert der den Gedanken des Fußballspielens nach Struth trug. Sein Vater hatte die "Kellnersche Gastwirtschaft" "Zum Hirsch" in der Dorfmitte, heute Grundstück von Gerhard Tasch - Maria Vondran, in Pacht genommen.

Heinrich Peilert war Klempnerlehrling in Mühlhausen und wurde auch von da aus noch in der Fußballeridee bestärkt. Er sammelte eine Anzahl Jugendlicher um sich und begeisterte auch sie für den "König Fußball", der von England aus immer mehr Nationen für sich gewann. Sogar der gehbehinderte Artur Simon - ein Bruder des späteren Hauptbegründers des "Sportvereins 1921" Werner Simon, ging als Tormann mit. So kristallisierte sich dann die allererste Struther Fußballelf heraus. Es gehörten ihr an:

Artur Simon

Werner Simon

Karl König

August Hahn (Bruder vom späteren Bürgermeister Josef Hahn)

die Brüder

Richard Jakobi

Albert Jakobi

Godehard Richardt

Heinrich Köthe (heute in San Francisco USA),

Alois Köthe (als Lehrer i.R. in Langendreer im Oktober 1970 verstorben)

Karl Köthe (heute in Birkungen),

Gerhard Köthe

Norbert Gebhardt

Franz Richter

Wilhelm Fritsch (als Lehrer in Westdeutschland verstorben)

Die Brüder Simon hatten die Tore angefertigt. Doch wussten sie sich ganz praktisch dabei zu helfen. Die Torpfosten wurden mit Ösen  versehen in die man die Querlatte einsteckte. Sonntags zog die Schar dieser Sportjünger mit 6 Torlatten und Fußball durchs Dorftal.

Hier war die berühmte Waldwiese  "Vor dem Hain" oder wie sie im Struther Volksmund hieß "ver'm Heune". Im jungen Frühling bis St. Georgi, denn da war der Graswuchs gefährdet, zog die Struther Dorfgemeinschaft nach hier, um das Ballspiel, dem "Jägerruh" der Burschen und dem Reigentanz der Mädchen zuzuschauen. Hier war also auch der erste Fußballplatz der provisorischen Elf von Struth. Fiel einer aus, dann hatte man ja noch einige Ersatzmänner auf Lager. Nach dem Spiel, es handelte sich ja vorerst nur um ein Training, zogen die Fußballer mit ihren Torlatten wieder nach Hause. Eines Sonntags hatte man die Tore in die Tannen gelegt. Als man am nächsten Sonntag wieder nach dort kam, hatten gute Freunde alle Torhölzer durchgesägt. Solche Gemeinheit hätte man im Bilde festhalten müssen, aber das Fotografieren war damals noch ein recht teurer Sport.

Nach Georgi wurde auch auf der "Kleinen Zwetschgentrift" "Am Seelgerätsweg" trainiert. Doch war der mit Bäumen bestandene Platz räumlich zu klein. Auch 1915, also im 2. Jahr des 1. Weltkrieges, kam das Ganze über den Rahmen des Trainierens nicht hinaus. In den Nachbarorten wurde noch kein Fußball gespielt und so fehlte eben die Mannschaft mit der man sich hätte messen können. Außerdem hatte ja der Krieg dem Sportgedanken ein Ende bereitet, da immer mehr Fußballer eingezogen wurden.

Es blieben im I. Weltkrieg der Initiator Heinrich Peilert, Karl König (Sohn von Heinrich König in der Höhle) und Norbert Gebhardt (an der Ruhr gestorben).

Der Weltkrieg ging 1918 zu Ende, die Soldaten kehrten nach und nach wieder heim.

Werner Simon, Wilhelm Fritsch, Alois Köthe und Karl Köthe waren bald wieder am Fußball. Viele Jugendliche wurden von ihnen in ihrer Begeisterung mitgerissen. Die Zahl der Sportler wuchs und es wurde vor allen Ecken fleißig trainiert.

Damit wuchsen aber auch die Anfeindungen von unvernünftigen Dorfgenossen. Besonders superkluge alte Einwohner sagten: "Ihr wollt wohl den Militarismus wieder errichten und weiterführen". Die Bauern sagten: "Wenn die sich wochentags so quälen müssten wie wir, dann könnten sie Sonntags nicht so herumspringen". Unentwegt wurde weiter gespielt und es gab die ersten Wochentage manchen Muskelkater. Bis zu 3 Stunden den Sonntag waren die Männer am Ball. Da der Georgstag das Spielen auf der Hainwiese immer mehr in Frage stellte, von den Gemeindevätern auch kein Entgegenkommen zu erwarten war, rückte die Platzfrage immer mehr in den Vordergrund.

Mittlerweile waren die Fußballfreunde auf über 90 angewachsen und die Frage einer festen Organisation wurde immer brennender.

Ein sehr abschüssiges Gelände an der Lengenfelder Straße, dem Struther Berg vorgelagert, lag als alte Leiden brach und gehörte des ehemaligen Besitzer von Kloster Zella, Generalleutnant Rudolf von Fries. Eine Genehmigung wurde ein­geholt und es wurde hier gespielt und trainiert. Wieder war es Werner Simon der mit den Pferden seines Vaters Joseph Simon, die dicken Schollen an den hochgelegenen Stellen wegackerte. Mit Hilfe von Schiebekarren und auch auf den Armen wurden die Grasschollen in die Löcher gepackt, um den Platz etwas auszugleichen, damit der Ball nicht gar zu schnell abrollte. Meistens gab es dann Streit darüber, wer den Ball immer wieder auf den Stücken des "Pfaffflecken" wiederholen sollte.

Als immer mehr die Hoffnung bestand, dass uns "von Fries" den Platz gänzlich für den Fußballsport zur Verfügung stellen würde, begann die Sportlerschar mit des Planieren und Einebnen des Geländes. Dafür wurde jede nur erdenkliche freie Stunde ausgenutzt. Der Schreiber dieser Chronik hat als kaum Schulentlassener im Jahre 1922 sogar abends mit beim Planieren geholfen. Aus den Tannen des Struther Berges wurde ein großer Haufen dürrer Äste zusammen­geschleppt und beim Feuerschein wurde am Platz gearbeitet.

Das Spielen auf diesem ebenfalls nicht vorschriftsmäßigen und kleinen Platz wirkte sich später beim Spielen auf einem fremden Platz nachteilig aus. Denn diese Entfernungen war man ja nicht gewöhnt.

Mit der Zeit nahm der Gedanke einer festen Vereinsgründung immer mehr Besitz in den Köpfen der Sportler. Werner Simon nahm deshalb Verbindung auf mit dem damals neugegründeten Radfahrverein "Frisch auf" in Struth. Unter sehr schweren materiellen Opfern hatte "Frisch auf" sich ein schmuckes Banner gekauft und hielt die Bannerweihe ab.

Gründungsstunde  des "Sportvereins 1921 Struth"

Anlässlich der genannten Bannerweihe auf dem Ruhland'schen Schützenplatz vor dem Steg am Dörnaer Walde, hielt der damals stellunglose Lehrer Werner Simon die Festrede. Als Jungpädagoge hatte er ein weites Herz für den Struther Sport ganz allgemein. Der Radfahrerverein war ja nun aus der Taufe gehoben. So sagte Simon angesichts der noch verworrenen Lage der Fußballer in seinem Festreferat wörtlich "Lasst uns hier in Struth einen regelrechten Sportverein ins Leben rufen, wir wollen die Jugend körperlich ertüchtigen, denn nur in einem gesunden Körper wohnt ein gesunder Geist".

Es stimmt also, was Werner Simon in seinen Erinnerungen ausgesprochen hat: "Die  Gründung des Vereins ist mein Werk gewesen. Aber die Fortsetzung der sportlichen Arbeit, die man in Struth  mir dutzendmal  in schwarzen Farben ablehnte, ist das Werk anderer gewesen".

Die eigentliche Gründungsversammlung fand im Sommer 1921 im Gesellschaftszimmer der Schneider'schen Gastwirtschaft "Zur Krone" statt. Zum ersten Vorsitzenden wurde der Junglehrer Wilhelm Fritsch gewählt. "Ehrenvorsitzender, wie man in Struth wissen wollte, war ich nicht", sagte Werner Simon bei aller Einfachheit und Bescheidenheit. Stellvertreter des Vorsitzenden wurde Karl Köthe. Kassierer wurde Franz Schade und Schriftführer Johannes Richter (Sohn vom ehemaligen Schulzen Josef Richter, in Naumburg tödlich verunglückt).

Nach dem Ausscheiden des Junglehrers Wilhelm Fritsch übernahm von 1922 - 1925 der Sportfreund Karl Köthe die Funktion des I. Vorsitzenden.

Die erste Mannschaftsaufstellung nach Gründung des Sportvereins 1921 war folgende:


Ferdinand Richardt
Johannes Richter
Ferdinand Stude (Junglehrer)
Otto Fritsch
Albert Fritsch

Josef Schmerbauch (Anger 7)
Wilhelm Fritsch
Karl Köthe
Josef Fritsch
Albert Helbig (Oststraße)
Alfons Hagedorn (gefallen)

Nach der Aussage von Karl Köthe war das erste Vereinsspiel gegen Diedorf und wurde von uns mit 5:3 verloren.

Als der Laden nun rollte, entdeckten auch ältere Herren ihr Herz  für den Fußball. Es waren die Brüder August und Isidor Richardt, (beide sind auch heute noch bei wichtigen Spielen (197o) gerngesehene Zuschauer) ferner Venantz Richardt (1945 gefallen) und Leonhard Richardt Langestr. 39 (auch heute noch sportbegeistert). Das erste Spiel der "Alten Herren" war gegen Dörna und hier war man ganz erstaunt, Männer mit Schnurrbärten als Gegner zu haben.

Gespielt wurde in folgender Aufstellung:

Venantz Richardt

Johannes Richter

Isidor Richardt (Konsum-Isidor)

Leonhard Richardt

Alois Köthe (gen. Bäckhans-Alwis)

Josef Fritsch

Ferdinand Stude

August Richardt ( Schneider-August)

Wilhelm Fritsch

Karl Köthe

Albert Helbing

 

Um den jungen Verein finanziell zu sanieren und die Vereinskasse etwas aufzufüllen, wurde im Winter 1922 das erste Theaterstück des Sportvereins 1921, das Volksschauspiel "Andreas Hofer" mit großem Erfolg aufgeführt. Die Sportler legten sich danach auch nach und nach in Mannschafts-Etappen ihre Sportbekleidung, weiße Hosen und blaue Dresse zu.

Zu Verhandlungen wegen des "angeblich zu rohen Sportes" kam es auch mit dem Ortsausschuss für Jugendpflege. Ihm gehörten an: Schulze Josef Richter, Lehrer August Schulze, August, Isidor u. Venantz Richardt, Karl Köthe.

Köthe hielt nun regelmäßig  Monatsversammlungen ab. Auf  einer gab es politischen Streit mit dem  Ergebnis, dass einige Kollegen des Vorstandes: Johannes Richter, Alois Jakobi (er spielte beim Volksstück "Andreas Hofer" den Pater und  ist heute als wirklicher Missionar  in Brasilien tätig), und Rudolf  Helbing  die Versammlung und damit auch den  Verein verließen.

Karl  Köthe stand nun allein da. Bei der Sportplatz-Einweihung in Heyerode  erhielten unsere Blau­weißen im Spiel gegen die Mannschaft von Bollstedt die erste Urkunde. Dort waren sie auch Zeugen von dem Spiel der Liga: Schlotheim gegen eine  Auswahlmannschaft - Eichsfeld. Man Spielte mit 1o:o und wer gewonnen hatte, ist heute nicht mehr in Erinnerung.

Es gab im Dorfe auch buchstäblichen Konkurrenzneid, der sich auch in Schikanen gegenüber unseren Fußballern ausdrückte. So stahl man eines Abends  kurzerhand den Bekanntmachungskasten vom Vereinslokal "Zur Krone". Er war nicht wieder aufzufinden.

Die ganze Sporttätigkeit an sich war nur ein loses Gefüge; eine übergeordnete Dachorganisation gab es damals noch nicht.

Die Spiele wurden durch eine Postkarte oder durch einen Kurier mit dem Fahrrad von Ort zu Ort ausgemacht.

Eines der ersten Sportfeste wurde 1924 gefeiert. Abends war die Preisverteilung in Form eines bunten Abends. Es hatte auch bereits leichtathletische Merkmale.

Ein Dauerlauf  führte von der Bickenrieder Straße über den Kirchberg, durch den Dörnaer Wald  bis  zum Eigenrieder Forsthaus und  zurück bis zur Engelhardt'schen Zigarrenfabrik.

Sieger wurde: Alfons Hagedorn (einer der ersten ausgezeichneten Langstreckenläufer des Vereins) und den 2. Preis errang Martin Hoffmann (Sohn von Anton Hoffmann in der Höhle, der im Vogtland mit dem Motorrad  tödlich verunglückte). Überhaupt  war Martin Hoffmann ein fleißiger Trainingsläufer und ein guter Turner. Der Schreiber dieser Chronik ist sehr oft mit ihm, dem Junglehrer Ferdinand Stude, Alfons Hagedorn und  dem Sportler Philipp Jakobi längere Strecken gelaufen. Davon waren zwei Strecken, einmal hinunter nach Kloster Zella, den Wirtschaftsweg  hinter dem Kloster hoch bis zur dicken Linde vor Effelder und auf der Effelderschen Landstraße bis nach Struth, und zum anderen die Mühlhäüser Straße hinab bis zur  Waldgaststätte "Peterhof" und zurück nach Struth, die allerschwierigsten und mörderlichsten. Vinzenz Hoppe spezialisierte sich dann auf  kurze Strecken - 100 m - und 1500 Meterlauf.

1926 konnte er auf einem größeren Bezirkssportfest im Heiligenstädter  Heinrich-Heine-Park, den 2. Preis im 1 500 Meterlauf mit nach Hause bringen. Mehrere Jahre spielte er auch in der späteren 2. Mannschaft als linker Läufer.

Auch noch einige gute Fußballspieler von damals hat Köthe in guter Erinnerung: Junglehrer Wilhelm Fritsch war ein guter Mittelstürmer, er hatte sich in französischer Kriegsgefangenschaft darin bestens ausgebildet. Dasselbe Los teilte der Junglehrer Alois Köthe, der auch ein eifriger Fußballer war, wenn er in seinen Ferien im Ort war. Ein flinker und sehr behender Spieler war der Junglehrer Ferdinand Stude, der als Hilfslehrer hier in Struth im Sportverein tüchtig mitmachte. Er war ein guter Verteidiger, wenn Köthe mit seiner Mannschaft zum Spiel zog und Ferdinand Stude war mit dabei, dann sah er mit Zuversicht und ruhigem Herzen dem Ausgang des Wettkampfes entgegen. Stude schnappte jeden Ball und hatte einen Bombenschuss über die Weite des Spielfeldes. Wer nach der Halbzeit auf dem Sportplatz an der Lengenfelder Straße raufwärts in Dorfrichtung spielte, hatte es wegen der Steigung und dem Gegenwind nicht leicht. Mittlerweile wuchs die Zahl der "Blauweißen" mehr und mehr. Bei der Kriegerdenkmal-Einweihung auf dem Friedhof mit der Kranzniederlegung aller örtlichen Vereine, waren die Sportler die stärkste Formation. Es gab auch turnerische Talente im Verein. Zu ihnen gehörte vor allem Gerhard Völker (heute in Gießen wohnhaft)

Er leitete die Freiübungen und zeigte sein Können im Turnen, das er sich als Schneiderlehrling in Mühlhausen angeeignet hatte. Die Eisenanker im früheren Schneider'schen Saal wurden dabei als Reck benutzt. So hieß denn damals schon für uns alle die Losung:

"In jedem Ort - in jeder Woche einmal Sport"!

Werner Simons Sporterinnerungen!

Es stimmt, dass unser Sportverein 1921 geboren wurde .Ich war im Sommerhalbjahr als stellungsloser Junglehrer oft daheim und versuchte einen Sportverein zusammen zu bekommen. Es war eine sehr schwierige Sache. Die Gemeindevertretung war dafür nicht zu gewinnen und lehnte schroff und grob alles ab. Ich soll mit meinem verrückten Ball auf den "Tippeniber" ziehen, wurde mir an den Kopf geworfen. Damals aber unterstützte mich der Radfahrerverein. Ich kann das nicht genug hervorheben.

Joseph Oppitz und Otto Richardt (Vater des jetzigen Vorsitzenden Arno Richardt, er musste im Konzentrationslager der Nazi's im Buchenwald unschuldig sein Leben lassen) Anmerkung vom Chronisten - und noch viele andere vom "Frisch auf" - Struth.

Es sei ihnen heute zum Dank nachgesagt, denn beide Sportfreunde leben ja schon längst nicht mehr. Wir kamen aber nicht recht zu unserem Fußball, denn überall erfuhren wir nur Ablehnung. Im Vertrauen auf unsere eigene Kraft und die gesunde Sportleridee gründeten wir unseren Fußballverein, den wir "Sportverein 1921" nannten. Einen sogenannten "Kraftmeiernamen" lehnte ich ab. Ich bestand auf der Bezeichnung "Sportverein 1921". Wilhelm Fritsch, wie schon anfangs erwähnt, wurde der erste Vorsitzende, weil er besser Fußball spielen konnte als ich.

Aber Wilhelm lehnte es ab, mit Herrn von Fries zu verhandeln. Die­ser sollte uns nämlich ein Stück von seiner Wüstenei am Lengenfelder Straßen-Kiesbruch abtreten. Da die "Jüngelchen", die begeistert mit spielten noch nichts verdienten, ging es uns finanziell schlecht. Also räuberte ich von unserem Scheunengerüst 4 Tannenstangen für die beiden Tore.

Jedenfalls besuchte ich den jungen Herrn Rittmeister Helmuth von Fries und erreichte, dass er uns ein Stück von seinem Brachland lieh. Er lehnte es aber ab, es uns zu schenken, weil er nicht die Gemeindegrenzen verwischen wollte. Zu einem kleinen Fuß­ballspiel kam er auch einmal als Gast geritten.

Unser erstes Spiel war, wenn ich nicht irre, gegen Faulungen. Der Sportplatz lag aber im Diedorfer Feld und so kam es wohl, dass Karl Köthe an anderer Stelle dieser Chronik vom ersten Spiel gegen Diedorf spricht.

Es haben also beide recht. Dabei stand Venantz Richardt mit Schnurrbart im Tor und Leonhard Richardt (er lebt heute noch, da diese Chronik in Angriff genommen wird) spielte mit mir Verteidiger. Franz Vondran (vor einigen Jahren in Eisenach verstor­ben) spielte Rechtsaußen. Natürlich verloren wir mit 5:3 mit un­serem Behelfsaufgebot. Ich setzte aber auf die ganz jungen Spieler. Da nenne ich vor allem: Albert Gebhardt, ich glaube, er konnte schon mit einem Spieljahr einen Rückzieher über den Kopf machen. Dann war Otto Fritsch auch gewandt und ausdauernd im Spiel, ferner auch Joseph Fritsch¡ nach meiner Meinung auch ein liebenswerter Kamerad. In guter Erinnerung ist mir auch noch der lange Albert Fritsch (bereits mehrere Jahre tot). Köstlich habe ich noch in Erinnerung, wenn sich der kleine Otto Kirchner und sein Rivale Josef Hahn - Sohn vom früheren Gemeindebäcker Franz Hahn, heute in Dingelstädt wohnhaft - in den Schuhen ihrer Mütter wie Wiesel zwischen den größeren Spielern durchwühlten.

Unser erstes öffentliches Spiel, nachdem wir unseren Platz mit einer Furche ringsum markiert hatten (Bruder Arthur und ich zo­gen im Gewitterregen los und markierten die Grenze mit dem Pflug) ging nach Bekanntmachung mit der Ortsschelle vor sich, wir sam­melten nämlich für einen Fußball. Vorher hatten wir den Platz noch mit kleinen Pfählen abgesteckt, über die Gründonnerstagversammlung ist oben bereits berichtet worden.