Aus der Chronik "50 Jahre Sport in Struth"
von Vinzenz Hoppe

Die Blütezeit der DJK Struth 1921

1930 - 1933

Generalversammlung vom 4. Januar 1931

Nach dem Jahres-u. Kassenbericht ergab sich ein Barbetrag des Vereins in Höhe von 299,10 Mark. Es wurde ein Theaterabend beschlossen und ein geschlossener Tanz am Fastnachts-Sonnabend. Ferner wurde angekündigt, dass am 8. Februar 1931 das Ehepaar von Fries in Kloster Zella seine Goldene Hochzeit feiert. Die Struther Vereinigungen wollen an diesem Fest ge­schlossen Anteil nehmen. Wer sich von den Sportlern beteili­gen will, muss sich beim Vorsitzenden Oswald Jakobi melden.

Bei der Vorstands-Neuwahl blieben im Amte:

1. Vorsitzender: Oswald Jakobi,

2. Vorsitzender: Gerhard Völker,

Kassierer: Joseph Fritsch

Schriftführer: Vinzenz Hoppe

Ballwart: Peter Tasch

Festessen aus Anlass der Goldenen Hochzeit von Fries am Sonntag nach dem 8. Februar 1931 im Ruhland'schen Saal! Weil die Struther Vereine mit Fackelzug und Gratulationscour am Fest in Kloster Zella teilgenommen hatten, darunter auch eine starke Abordnung vom Sportverein, sah sich Generalleut­nant a.D. Rudolf von Fries und seine Gattin Luise Fries, geb. von Böcklin-Böcklinsau veranlasst, für sämtliche Struther Ver­eine im festlich gedeckten Ruhland'schen Saal, heute ein Fest­es en zu geben. Für einen hinreichenden Trunk war ebenfalls durch die Ausgabe von Biermarken bestens gesorgt. Zum Fest­mahl mit verschiedenen diversen Braten, wurde sogar Wein gereicht.

13. Februar 1931

In dem Verband soll vorläufig nur die erste Mannschaft ange­meldet werden. Als Schiedsrichter für die erste Mannschaft wurde Vinzenz Hoppe und für die II. Venantz Hahn bestimmt.

Besprechung wegen Frühjahrsserie am 7. März 1931

Am Sonntag, dem 8. März beginnt die Frühjahrsserie im Fußball.

Auf dem Sportplatz muss eine Merktafel betreffs der Ordnung im Spiel vorhanden sein. Zuschauer und auch Spieler haben beim Spiel dem Schiedsrichter keinerlei Vorwürfe zu machen. Diese Angelegenheiten werden vom Bezirksspielwart geregelt. Als Ver­treter des Bezirksspielwartes ist der Vereins-Spielführer maß­gebend.

Sportverein und religiöser Stammverein

Seitens der Reichs-Jugendkraft-Leitung wurde bestimmt, dass in jedem Ort nur ein religiöser Stammverein als Dachorganisation gegründet werden müsse. In einer Versammlung vom 22. April 1931

aber waren die Sportler allgemein der Ansicht gegen der Grün­dung eines Katholischen Gesellenvereins oder auch Jungmännervereines vorerst die Zeit abzuwarten und vorerst erst die Be­dingungen eines Stammvoreines einzuholen.

Es wurde dann noch über die Jugendkraft -Tagung am 17. 4.1931 in Küllstedt berichtet.

Zur Erleichterung der Spieler wurde noch ein Beschluss bekanntgegeben, der besagt, dass Fußballer bei weiten Wegestrecken zum angesetzten Verbandsspiel nach außerhalb ein Auto benutzen kön­nen. Dazu bezahlt jeder Spieler 1 Mark, wenn das Fahrgeld nicht reicht, wird der Rest aus der Kasse gedeckt. Das Auto kann nur für die Strecken, Lengefelder Warte, Beberstedt, Silberhausen, Kreuzebra benutzt werden.

Ist bei einer Fahrt Überschuss da, fällt die­ser der Vereinskasse zu. Müssen beide Mannschaften am gleichen Sonntag zum Spiel außerhalb, dann hat die den Vorzug mit dem Auto die die weiteste Strecke hat. Ist die Strecke für beide dieselbe, dann fahren sie zusammen. Ferner wurde noch beschlossen, dass zum Öffnen des Vereinskastens nur der Vorsitzende, der Schriftführer und die beiden Spielführer das Recht haben.

Außerordentliche Verbandsversammlung am 23. Oktober 1931

Tagesordnung

Punkt I: Gaupräses Gogolin - Heiligenstadt spricht über die Zustände im DJK-Bezirk "Höhe" und die Vorkommnisse beim Spiel Hermsdorf - Struth

Punkt II: Besprechungen betreffs des neuen Sportplatzes.

Zu I. -  Als Zweck seines Besuches gab Gaupräses Gogolin an, dass in vernünftiger Aussprache die Zustände im "Bezirk Höhe" erörtert werden sollen. Als Brennpunkt des Abends stand die Darlegung eines Vorkommnisses beim Verbandsspiel Helmsdorf - Struth. Bei diesem war der Spielführer und Spieler Albert Gebhardt wegen geringfügiger Übertretung der Spielregeln bzw. der Platzordnung vom Schiedsrichter Klaus/Zella mit der Spielsperre für den Rest des Jahres 1931 bestraft worden. Diese Strafe wurde auf der Sitzung des Bezirksspielausschusses ohne Anwesenheit und Anhörung unseres Jugendkraftlers Albert Gebhardt verhängt, wogegen unsere ganze Ge­meinschaft geschlossen protestiert.

Bei der Aussprache über diesen Punkt kam es zu einer sehr erreg­ten Debatte, in welcher Gaupräses Gogolin bemerkte, "er könne, ob­wohl auch er doch auch die Strafe als zu hart empfinde, als Hüter der DJK-Ordnung und deren Grundgesetze, seine Machtbefugnisse nicht überschreiten". Sein Vorschlag, in dieser Angelegenheit einen Bezirkstag anzufordern, wurde allgemein angenommen.

Für diesen Bezirkstag werden von unserem Sportverein folgen­de Anträge und Forderungen gestellt.

1. Die DJK-Gruppe Struth beantragt einen Bezirkstag - eventuell am 2. Sontag im November - im zentralgelegenen Büttstedt.

2. Auf dieser Bezirkstagung verlangt Struth die Neuwahl des Bezirksspielausschusses, die Bezirksleitung einbegriffen.

3. Als spielstärkste Mannschaft im Bezirk "Höhe" der DJK, bean­tragt unsere Abteilung mindestens 1-2 Mitglieder zur Wahl in den Bezirksausschuss.

Diese formulierten Forderungen gehen vom Schriftführer Hoppe dem Bezirksleiter Benno Hahn/Mühlhausen und in Abschrift und Dupli­kat dem Gaupräses Gogolin zu.

Die erregte Aussprache ging damit zu Ende, indem Gaupräses Gogolin auf die regelmäßige Pflege der Heimatabende, die Durchnehmung der Jugendkraft-Grundgesetze und den Anschluss an einen Stammverein hinwies. Er bezeichnete den "Bezirk Höhe" als Schmerzenskind des Gaues Eichsfeld und ermahnte alle, für die Beseitigung der augen­blicklichen Übelstände alle Initiative einzusetzen.

Zu Punkt 2 :

Ortsausschussmitglied, Hauptlehrer Rudolf Hey, stellte nunmehr die neue Platzfrage zur Erörterung. Das Terrain des in Aussicht gestellten neuen Sportplatzes, soll in aller Kürze abgesteckt wer­den. Die Planierungsarbeiten sollen noch im Herbst 1931 begin­nen. Dabei sollen Kipploren eingesetzt werden, um den von den höheren Stellen entfernten Erdboden in die Mulden und Senken zu be­fördern. Die Einteilung der Arbeitszeit für alle Vereinsmitglieder soll in Form von freiwilligem Frondienst erfolgen. Es bleibt zu erwarten, dass jeder Struther Jugendkraftsportler seinen gut Teil zur Einebnung des neuen Platzgeländes beiträgt.

Anmerkung des Chronisten zu vorstehend geschilderten Versammlung

Sportfreund Hoppe selbst neigt stark zur Gründung eines Stammvereines und befürwortete die Gründung eines Katholischen Gesellenvereines, da in unserem Ort viele junge Handwerker zu Hause sind. Leider wurde er mit dieser Ansicht nicht von allen richtig verstanden und es gab starke Meinungsverschiedenheiten. Schließ­lich einigte man sich doch und ging in Frieden auseinander. Was manchem auch die Jugendkraftarbeit verleidete, waren die strengen Maßnahmen der Bezirksleitung beim geringsten Verstoß gegen die Satzungen der DJK, so erinnert sich Hoppe noch, dass er mit dem da­maligen Vorsitzende Oswald Jakobi, den Schiedsrichtern Karl Vondran und Venantz Hahn am Sonntagmorgen einige mal vor das Bezirksspielgericht musste, welches immer an der "Lengenfelder Warte" tagte. Das waren Überforderungen, gegen die man sich zu Recht wehren muss­te. Verbunden war das schon rein verkehrsmäßig mit mancherlei Strapazen für alle Beteiligten.

Zwischenfälle an der "Lengenfelder Warte"

Das vorstehende so leidige Kapitel wird nur noch erhärtet; und unterstrichen durch nachstehende Zeitungsnotiz vom  7. April 1931.

Es heißt da:

Am Sonntag hatte die Struther Mannschaft (II) die gleiche von Effelder zu Gast. Das fällige Verbandspiel entwickelte sich recht fair. Die Struther Mannschaft war technisch der Elf von Effelder überlegen, doch prallte mancher Angriff, der sich vor dem Tore der Rotweißen entwickelte, an der guten Technik des effelder?schen Tormannes ab. Mit 2:0 ging es für Struth in die Halbzeit. Nach dieser verlief das Spiel, abgesehen von vielen erfolglosen Angrif­fen auf beiden Seiten, verhältnismäßig ruhig.

5 Minuten vor Spielschluss gelang es unseren  "Schwarzweißen",noch ein Tor für sich zu buchen. So endete das echte Jugendkraftspiel mit 3:0 zugunsten der Struther.

Die Struther 1 Elf hatte sich am gleichen Tage mit der von Kreuzebra an der Lengenfelder Straße im fälligen Verbandspiel zu mes­sen. Nach flottem Spiel konnte Struth mit 2:0 abermals als Sie­ger den Platz verlassen. Zu diesem Spiel ist seitens der Struther Mannschaft noch folgendes zu bemerken:

Es gab Zwischenfälle insofern, dass man uns Vorwürfe machte, wir hätten als bauender Verein den Platz nicht abgezeichnet. Dieser Vorwurf ist ein ungerechter. In Anbetracht der weiten Strecke bis zur Schwarzen Hose oder Lengenfelder Warte, war es sehr schwer und umständlich, Material zum Abzeichnen mitzuführen. Wenn das Spiel auf dem Struther Platz gestartet wäre, lägen die Dinge völlig anders. Ebenfalls ist noch zu bemerken, dass es von den Schwarz - Weißen als sehr ungerecht empfunden wird, dass bei dem kürzlich herausgegebenen Spielplan der Frühjahrsserie die hiesigen Schieds­richter überhaupt nicht mit eingeteilt worden sind. Die DJK-Abteilung Struth verwahrt sich dagegen und bittet die angehende Spielleitung, diese Sache gerecht ausgleichen zu wollen.

Die Schriftführer wechseln wieder

Nachdem sich der Schreiber dieser Chronik nun endgültig dem Gedanken des religiösen Stammvereines zugewendet hatte, musste ein neuer Vereins-Schriftführer gewählt werden. So wurde sein Bruder Karl Hoppe (1944 vermisst) zum Nachfolger bestimmt.

Gründung eines Katholischen Gesellenvereins in Struth

Struth, am 7. Mai 1931

Zu einer Versammlung hatte unser neuer Vikar Ignaz Nolte (gebürtig aus Holungen - er starb als Pfarrer von Geismar im Frühjahr 197o) - die katholische Jugend des Dorfes eingeladen. Auch der Bezirkspräses der Eichsfelder Gesellenvereine, der Präfekt Adolf Bolte/Heiligenstadt( heute Diözesanbischof von Fulda), sowie Lehrer Franz Spingmann war dazu erschienen.

Kaplan Nolte 1932 und die Mitglieder des von ihm gegründeten Gesellenvereins

Kaplan Nolte sprach über den Zweck der Zusammenkunft, dass sich auch die Jungmänner von Struth unter die Fahne des Gesellenvaters Adolf Kolping stellen wollen. Der Bezirkspräses hielt ei­nen sehr lehrreichen Vortrag über Wesen und Wollen des Gesellen­vereins und das Wirken Adolf Kolpings für die katholische Jugend, wie sie sich auch in der katholischen Sportorganisation Deutsche Jugendkraft widerspiegeln. Mit Interesse lauschten die Jungmänner dem Vortrag. Der Erfolg blieb nicht aus, 24 neue Kolpingsöhne trugen sich in die Liste der Aufzunehmenden ein. Vikar Nolte erklärte darauf den Gesellenverein für gegründet und übernahm als Präses die Führerschaft des jungen Vereins. Als Vizepräses wurde unser Lehrer Springmann auserkoren. Der Senior und die übrigen Vorstandsmitglieder werden in der ersten offiziellen Versamm­lung gewählt. Senior wurde der Tischlermeister Theodor Jakobi und Schriftführer, Chronist Vinzenz Hoppe.

Es soll der Wahrheit halber noch beigefügt werden, dass sofort in der ersten Versammlung das Verhältnis zur Sportorganisation Deutsche Jugendkraft in Struth normalisiert wurde und keinem Mit­glied der Sport untersagt wurde.

Im Gegenteil gründete der Gesellenverein eine Faustball-Mannschaft, die sich im friedlichen Wettkampf mit einer Faustball-Abteilung der DJK messen konnte. Der Sport war damit wiederum um eine Vielseitigkeit reicher ge­worden.

Der Gesellenverein hatte sein Tagungslokal im vorderen Zimmer der Witwe Katharina Hahn (Mutter von Norbert Hahn). Er bestand bis zu Beginn des Jahres 1936, musste jedoch dann der Verfol­gungen der Nazis im 3. Reich weichen.

Es geht um die Instandsetzung des neuen Sportgeländes

In der ersten Niederschrift des Schriftführers Karl Hoppe ist zu lesen:

Der Sportplatz soll mit Stimmenmehrheit in 3-tägiger Pflicht­arbeit pro Mitglied fertiggestellt werden. Bis zum 15. Februar 1932 müssen die Tage abgearbeitet sein. Mitglieder, die ihre Pflichttage nicht abarbeiten, bezahlen als Entschädigung pro Stunde 0,35 Pfennige, am Tag 2,80 Mark - für 3 Tage  8,40 Mark.

Eine Kommission wurde durch Zuruf gewählt. Ihr gehören an die Sportler Paul Richardt, Karl Vondran, Heinrich Jakobi, Albert Geb­hardt, Franz Böttcher und Marzellus Fütterer. Die Kommission hat über die Pflichttage zu bestimmen. Haben die Mitglieder der Kom­mission ihre Pflichttage abgearbeitet, bekommen sie eine Entschä­digung von 1 Mark pro Tag. Spielleiter für die 1. Mannschaft wur­de Karl Vondran und für die 2. Mannschaft Philipp Jakobi. Über den Austritt aus dem Verband DJK und Zusammenschluss von Sport-und Gesellenverein wird in einer eigenen Spielerversammlung gesprochen. Das Ergebnis der Abstimmung ergab ein eindeutiges "Nein".

Dar Präses des neugegründeten Gesellenvereins spricht zu dem Thema: Zusammenschluss beider Vereinigungen

Am 18. Januar sprach in einer Versammlung: der Gesellenpräses Kaplan holte zu den Jugendkraftlern in einer gutbesuchten Ver­sammlung.  Er legte in ausführlichem Referat, durch praktische Erfahrungen untermauert, die Rechte, Pflichten und Ziele der Sportler und Gesellen nach einem eventuellen Zusammenschluss klar. Weiter erklärte er, was wir ungefähr jährlich und monatlich an Beitrag und Versicherungssumm en an den Gesellenverein abzuführen hätten. Hierzu erklärte unsere DJK-Abteilung folgen­des: Angesichts der schlechten, wirtschaftlichen Lage und der herrschenden Arbeitslosigkeit, sind unsere Mitglieder mit dem besten Willen außerstande, diese Kosten aufzubringen. Wollte der Verein diese Kosten bestreiten, so müsste er auf alle Fälle das Beitragsgeld erhöhen. Das kann den Sportlern aber nicht zugemutet werden. So wurde denn der Anschluss an den Stammverein einstimmig abgelehnt, es wurde noch beschlossen, vorläufig in der DJK zu bleiben und abzuwarten, was dann die Zeit mit sich bringt.

Sportplatz soll ohne fremde Hilfe planiert werden!

In einer Sitzung des gesamten Vorstandes wurde festgelegt, den neuen Sportplatz auf eigene Kosten und ohne Mithilfe anderer Vereine zu erstellen. Danach gab der Gesellenverein eine schrift­liche Eingabe ab, in welcher er von einer Mitwirkung beim Sportplatzausbau nun endgültig Abstand nimmt.

16.2.1932 - Zum Thema Umkleideraum auf dem Sportplatz!

Es wurde heute in Erwägung gezogen, bei der Reichsbahn einen ausrangierten Eisenbahnwagen als Umkleideraum für unsere Fußballer zu erwerben. Von der Reichsbahndirektion wurde uns ein Kos­tenanschlag übersandt, nach welchem sich ein solcher Wagen auf 3oo,- Mark stellt. Darin ist der Wagen selbst, sowie Abmontieren und Fuhrlohn bereits eingerechnet. Selbstverständlich ist ein solcher Preis von uns unerschwinglich. Wegen Ausbau des neuen Sportplatzes ist der Verein finanziell auch nicht in der Lage dazu. Der Plan wurde deswegen verworfen. Wenn uns das kommende Jahr eine bessere Sanierung der Vereinskasse bringt, soll das Vor­haben erneut aufgegriffen werden.

Der Sportplatz - Ausbau schreitet unentwegt voran!

In der März-Versammlung wurden diejenigen Sportler, die mit ihr­er Pflichtarbeit am Sportplatz noch im Verzug sind, letztmalig aufgefordert, dieselbe umgehend zu erledigen. Da die allermeisten schon gearbeitet haben und die Planierung sehr gut voran geschrit­ten ist, soll dieser Punkt baldigst aus dem Weg geräumt werden!

Als Abordnung für die Bezirksturnerstunde in Küllstedt wurden 2 Mann bestimmt.

Beerdigung in Kloster Zella

An der Beisetzung des verstorbenen Generalleutnants a. D. Rudolf von Fries am 9. Januar 1932, nahmen neben den anderen Struther Vereinen, auch unsere Jugendkraftler teil. Auch sie ehrten den Mann mit einer Kranzspende, dem wir die Bereitstellung unseres ersten Sportplatzes zu verdanken haben. Es sollte dies nicht vergessen werden und wird deshalb hier noch mit eingefügt.

Die Sportbewegung im Dorf hat nun endlich eine eigene Heimat gefunden, das heißt, sie hat nun ein eigenes Spielfeld, auf dem sie nun nach Belieben den edlen Wettkampf austragen kann.

Sportplatzweihe und 1o-jähriges Bestehen des Sportvereins 1921

DJK-Abteilung Struth

Struth, den 2. August 1932

Das Ziel, nach dem sich die hiesigen Jugendkraftler seit Jahr­en gesehnt haben, ist nun erreicht. Auch Struth hat einen neuen Sport- und Spielplatz. Unermüdlicher Wille deutscher Jugendkraftler hat ihn in langer und unermüdlicher Winterarbeit geschaffen. Aus diesem Anlass waren bereits am Samstagabend zahlreiche Jugendkraftmitglieder des "Bezirkes Höhe" in unser Dorf gekom­men, um an der Festfreude unserer Sportler teilzunehmen.

Am Sonntagmorgen war gemeinsamer Kirchgang aller Jugendkraftler. "Zuerst Christus - dann Spiel und Sport", das ist das Hoch­ziel deutscher Jugendkraft, wenn sie etwas Schönes beginnen will. Durch Sport und Spiel zur Herrschaft über Körper und Geist im Dienste Gottes. Diesem Zweck möge stets die neue Kampfbahn dienen. Dies war der Inhalt der erhebenden Ansprache, die Herr Pater Bonaventura OFM vom Hülfensberge an die Sportler richtete.

Zur Eröffnung des neuen Sportplatzes am 2. August 1932 waren 15 Gastvereine angereist

Nach dem Gottesdienst ging es mit leuchtendem Blick und froher Kampfeslust nach dem neuen Sportplatz, wo im friedlichen Wettkampf die Jugendkraftler ihre Kräfte maßen.

Am Nachmittag bewegte sich unter Vorantritt der Schlothauer-Musikkapelle ein langer Festzug, bestehend aus 15 Gastvereinen sowie sämtlichen hiesigen Vereinen, durch unser Dorf zur neuen Sportstätte. Hier hielt Ortsjugendpfleger Hauptlehrer Hey die Weiherede, in welcher er über die Entwicklung der DJK im all­gemeinen und über den Werdegang der hiesigen DJK-Abteilung, die im Jahre 1921 mit der Bezeichnung "Sportverein Struth 1921" ins Leben gerufen wurde, sprach. Dann sprach Schulze Josef Richter Worte herzlicher Begrünung. Sein Dank richtete sich an die Sepa­rations­gemeinde, an die Gemeindevertretung und in erster Linie an den Sport- und Schützenverein, die in opferfreudiger Arbeit den neuen Sportplatz und den Gemeindefestplatz mit den Schießeinrichtungen, aufgebaut haben.

Mit der Übergabe an die Öffentlichkeit schloss er seine Ansprache. Bezirksleiter Benno Hahn/Mühlhausen, überreichte die Glückwünsche vom "Bezirk Höhe". Umrahmt von Liedern das Struther "Gemischten Chores" fand der Weiheakt sein Ende.

Unter zahlreicher Beteiligung dar Struther Einwohnerschaft nah­men danach die leichtathletischen Disziplinen ihren Fortgang. Auch die Schulknaben beteiligten sich als hoffnungsvoller Nachwuchs an den Wettkämpfen. Für sie war ein Klettermast mit allerlei schönen Überraschungen in seiner Spitze aufgestellt. Diese Übung bereitete großes Vergnügen.

Mit der Siegerehrung und einem Tänzchen fand der denkwürdige Tag der Sportplatzübergabe an unsere Jugendkraftler sein Ende. Hier die guten Resultate der Wettkampf-Sieger

Tabelle Folgt!

Geschmückt mit dem Eichenkranz der DJK, traten die Sieger ihren Heimweg an.